Fremdsprachentag 2026

Mittwoch, 23.09.2026
Universität Paderborn, B-, C- und H-Gebäude

Der Fremdsprachentag wird gemeinsam veranstaltet von der Landessektion Englisch & Mehrsprachigkeit NRW, dem Deutschen Spanischlehrkräfteverband NRW, den Instituten für Anglistik und Romanistik der Universität Paderborn sowie dem PLAZ – Professional School of Education der Universität Paderborn. 

9.00 Uhr Eröffnung der Verlagsausstellung und des Tagungsstandes
9.15 Uhr Eröffnung der Tagung 
Vormittagsprogramm (9.45 -11.00 Uhr ODER 11.30-12.45 Uhr) 

Uhrzeit Referent/in Thema
9:45 Uhr Theo Tebbe Kreative und digitale Zugänge zur Romanarbeit in der SII (u.a. Imbolo Mbue: Behold the Dreamer)
9:45 Uhr Ina Maiwald Lesemotivation fördern und Lektürearbeit anbahnen mit dem Jugendroman WILD
9:45 Uhr André Sternitzke Sprechförderung mit kreativen Methoden und digitaler Unterstützung in den Jahrgängen 8+9
9:45 Uhr Dagmar Keatinge TED Talks als Sprechanlass im Unterricht am Berufskolleg
9:45 Uhr Britta Linden Alternative Prüfungsformate im Französischunterricht
9:45 Uhr Prof. Dr. Sabine Schmitz/Jule Aufderbeck Grenzen neu vermessen: Frankophonie mit Fokus auf den Benelux-Raum unterrichten
9:45 Uhr Henning Peppel Intelligentes Üben mit Bewegung und Emotionen im Französisch- und Spanischunterricht
9:45 Uhr Lastenia Arencibia Guerra/Juliana Böx/Ute Winter Leo, leo – ¿Qué lees? – Neue Impulse für den Spanischunterricht in NRW

11:00 Uhr Kaffeepause / Buch- und Medienausstellung

Uhrzeit Referent/in Thema
11:30 Uhr Dr. Michael Mitchell Broken Britain – Are all your assumptions about the UK wrong?
11:30 Uhr Prof. Dr. Dorothee Kohl-Dietrich Überzeugt?!? Schriftliches und mündliches Argumentieren im Englischunterricht mit und ohne KI
11:30 Uhr Prof. Dr. Lotta König Mehrsprachige Mediation mit Medien möglich machen: Plurilinguale und –kulturelle Sprachmittlung mit digitalen Tools im inklusiven Sprachunterricht. Ein Workshop
11:30 Uhr Robert Kirstein Facing the challenge of English used as a lingua franca in German classes (Berufskolleg)
11:30 Uhr Dennis Godenau Je t’écoute! – Hörverstehen als Schlüsselkompetenz im Zeitalter von KI
11:30 Uhr Steffen Obeling Culture jeunes – Frische Perspektiven auf die frankophone Jugendkultur im Französischunterricht der SII
11:30 Uhr Henning Peppel Kompetenzförderung mit generativer KI – Potentiale und Grenzen
11:30 Uhr Dr. Marta Sánchez Castro/Charlotte Dornseifer ¿Y si Don Quijote tuviera TikTok? Clásicos reloaded con IA en la clase de español

12:45 Uhr Mittagspause / Buch- und Medienausstellung

14:15 Uhr Nachmittagsprogramm (14:15 - 15:30 Uhr)

Uhrzeit Referent/in Thema
14:15 Uhr Elke Lehmann Dramen im Englischunterricht – lebendig, zugänglich, motivierend (SII)
14:15 Uhr Peer Brändel Oscar Ordinary’s ordinary day – Schreibkompetenz entwickeln in Klasse 5
14:15 Uhr Prof. Dr. Thorsten Merse Wie ‚hetero‘ ist eigentlich mein Englischlehrwerk? Mit queerem Blick Repräsentationen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aufspüren
14:15 Uhr Prof. Dr. Sarah Dietrich-Grappin/Dr. Melinda Veggian KI-gestützte Virtual-Exchange Settings im Französischunterricht über die Plattform eTwinning – die Welt zu Gast im Klassenzimmer
14:15 Uhr Steffen Obeling Schreiben im Französischunterricht – mit statt durch KI
14:15 Uhr Gianni Triantis Mündlichkeit stärken – analog, digital, zukunftsorientiert
14:15 Uhr Stefanie van der Valk Instapoesía im Spanischunterricht

15:50 Uhr Ende der Tagung – 16.00 Uhr: Mitgliederversammlung E&M NRW

 

Erläuterungen zu den Veranstaltungen

Programm Englisch

Theo Tebbe (Osnabrück): Kreative und digitale Zugänge zur Romanarbeit in der SII (u.a. Imbolo Mbue: Behold the Dreamer)

Der Literaturunterricht steht vor der Herausforderung, analytische Kompetenzen mit ästhetischen Erfahrungen zu verbinden und zugleich die Lebenswelt der Lernenden zu berücksichtigen. Der Beitrag skizziert praxisnahe Strategien zur Förderung der Textkompetenz in der Sekundarstufe I und richtet den Fokus insbesondere auf die Literaturarbeit in der gymnasialen Oberstufe. Digitale Werkzeuge (unter anderem aus dem Teaching Compendium: Digital Tools and Literature) sowie die Skills-Seiten der Lehrwerke Green Line Oberstufe (NRW ab 2025) werden dabei gezielt integriert.

Am Beispiel des Romans Behold the Dreamers von Imbolo Mbue wird ein kreativer, bildgestützter Romaneinstieg vorgestellt, der über Schreibimpulse und strukturierte Austauschformate zentrale Aspekte von Setting und Atmosphäre bereits vor der eigentlichen Lektüre erschließt und Erwartungshorizonte aufbaut.

Ina Maiwald (Paderborn): Lesemotivation fördern und Lektürearbeit anbahnen mit dem Jugendroman WILD

Der bewegende und spannende Jugendroman WILD ist ein Must-Read für den Englischunterricht in der Mittelstufe. Er gibt Einblicke in die Welt eines 14-jährigen Jungen, der sich in einer herausfordernden Situation befindet: Es geht um extreme Emotionen nach einem großen Verlust, Konflikte sowohl in der Familie als auch unter Freunden, Bandenkriminalität und eine abenteuerliche Reise in den Amazonas Regenwald. Dabei handelt es sich nicht nur um eine packende Abenteuergeschichte, sondern auch um einen Coming-of-Age-Roman, der jungen Leserinnen und Lesern Orientierung und Empowerment in herausfordernden Zeiten des Heranwachsens bietet.

Der Fokus der Veranstaltung liegt darauf, wie Lerngruppen sukzessive und motivierend anhand des „Step-by-Step-Approachs“ an das Lesen und Verstehen einer Lektüre herangeführt werden können. Dabei wird extensives und intensives Lesen auf vielfältige Weise gefördert und gleichzeitig eine altersgemäße literarische Analyse ohne Überforderung angebahnt. Es werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie Sprech- und Schreibkompetenz in motivierenden, kreativen und authentischen Formaten weiterentwickelt werden kann. Zudem wird beispielhaft dargestellt, wie Stundenplanungen mit aktivierenden Problemaufwürfen und daraus folgender intrinsischer Handlungsmotivation für die Lernenden gelingen kann.

André Sternitzke (Berlin): Sprechförderung mit kreativen Methoden und digitaler Unterstützung in den Jahrgängen 8+9

In diesem Workshop werden praxiserprobte Methoden und Materialien aus Access 4 und 5 vorgestellt, die Schüler*innen der Jahrgänge 8 und 9 motivieren, sich aktiv auf Englisch auszudrücken. Anhand konkreter, aufgabenbezogener Beispiele wird gezeigt, wie Lernende ihre mündliche Handlungskompetenz auf kreative Weise und mit digitalen Hilfsmitteln weiterentwickeln können.

Dagmar Keatinge (Paderborn): TED Talks als Sprechanlass im Unterricht am Berufskolleg

In diesem Workshop wird vorgestellt und ausprobiert, wie geeignete TED Talks für den Englischunterricht an Berufskollegs ausgewählt werden und durch Nutzung digitaler Tools für den Unterricht didaktisiert werden können. Wir werden anhand praktischer Beispiele z.B. Unterrichtsmaterialien wie Wortfelder oder Wortlisten, Scaffolds und Gesprächsimpulse entwickeln, die es Lernenden auf unterschiedliche Sprachniveaus ermöglichen, mit demselben Inhalt zu arbeiten und sich an Gesprächen zu beteiligen.

Der Workshop ist nicht an bestimmte Themen oder Bildungsgänge gebunden, sondern nur an TED Talks als Material. Die Methoden lassen sich in verschiedenen Fächern und beruflichen Kontexten einsetzen. Ziel der Veranstaltung ist es, Lehrkräften konkrete, direkt einsetzbare Strategien zu zeigen, um TED Talks flexibel, inklusiv und lernendenorientiert in den Unterricht zu integrieren.

Dr. Michael Mitchell (Stratford-upon-Avon): Broken Britain – Are all your assumptions about the UK wrong?

“The system is not working for you. The evidence for that is everywhere: in your energy bills, in the wait for an appointment, in the house your children cannot afford, in the neighbourhood that has changed faster than the services available to it. Your assessment is correct.” (Rupert Lowe (8 June 2026) is one of the voices, particularly on the right in politics, arguing that Britain is broken. Is Britain a dystopia of crime, ethnic tension, poverty and depression? Recent local election results and elections in Wales and Scotland (in May 2026) suggest the population agrees. Is it really true? How and why? What actions are being proposed? What are the roles of politicians, of activists, of social media, of new digital technologies, of Brexit?

It seems that the reassuring image of the UK we know and teach in our school textbooks may be hopelessly outdated.

Prof. Dr. Dorothee Kohl-Dietrich (Karlsruhe): Überzeugt?!? Schriftliches und mündliches Argumentieren im Englischunterricht mit und ohne KI

Eine zentrale Zielsetzung des Fremdsprachenunterrichts ist es, Schüler:innen zur Mündigkeit und Diskursfähigkeit zu führen (vgl. KMK 2012, 2023), die wesentlich für die (politische) Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft sind. Ziel des Beitrags ist es, praxisnah zu vermitteln, wie argumentative Kompetenzen und kritische Diskursfähigkeit frühzeitig durch komplexe Lernaufgaben sowohl mündlich als auch schriftlich im Fremdsprachenunterricht gefördert werden können. Dabei soll der Fokus nicht nur auf der Vermittlung sprachlicher Prozeduren und Chunks liegen (z.B. useful phrases), sondern authentische Lernanlässe geschaffen werden, die sprachdidaktisch so ausgerichtet sind, dass die Diskursfähigkeit umfassend geschult werden kann. Dabei finden auch textlinguistische Ansätze und rhetorische Modelle in didaktisierter Form entsprechende Berücksichtigung. Weiterhin werden Möglichkeiten (und Grenzen) des Einsatzes von KI demonstriert, um die Text-, Argumentations- und Diskurskompetenzen von Schüler:innen zu fördern.

Prof. Dr. Lotta König (Bielefeld): Mehrsprachige Mediation mit Medien möglich machen: Plurilinguale und –kulturelle Sprachmittlung mit digitalen Tools im inklusiven Sprachunterricht. Ein Workshop

KI-basierte Übersetzungs- und Sprach-/Text-Apps bieten neue Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten im inklusiven Fremdsprachenunterricht, gerade auch für die Kompetenz der Mediation/Sprachmittlung (wie sie nun in den Bildungsstandards 2023 genannt wird). Mehrsprachige Texte und das gesamte sprachliche Repertoire der Schüler*innen lassen sich dadurch in den Sprachunterricht einbinden. Während die rein sprachliche Mitteilungsleistung durch die digitalen Tools entlastet und erweitert werden kann, rückt dies die kulturelle Mitteilungsleistung stärker in den Mittelpunkt. Im Workshop werden wir verschiedene Mediationssituationen ausprobieren und reflektieren, welche Unterstützungsmöglichkeiten, aber auch welche neuen Anforderungen an Mediationsaufgaben durch digitale Medien in einem inklusiven Unterricht geschaffen werden.

Robert Kirstein (Berlin): Facing the challenge of English used as a lingua franca in German classes (Berufskolleg)

English is all around us. Its increasing use in communicative situations involving speakers whose first language is not English is challenging established practice in ELT. In this workshop we will first be exploring how ELF research has informed the revision to the CEFR, curricula and the development of teaching material. We will then be examining the impact these developments have had on classroom practice, using examples from a range of coursebooks and teaching resources. Particular attention will be given to mediation and the linguistic and communicative skills it requires. Join me to discover how ELF-informed teaching can help learners to become more confident and successful users of English.

Elke Lehmann (Berlin): Dramen im Englischunterricht – lebendig, zugänglich und motivierend (SII)

Dramen sind ein fester Bestandteil des Englischunterrichts. Durch ihren überschaubaren Umfang und ihre dialogische Struktur sind sie leicht zugänglich und vielseitig nutzbar. Häufig werden sie jedoch vor allem gelesen, dabei steckt in ihnen weit mehr Potenzial. Dramen fördern kommunikative Kompetenz, Kooperation und einen natürlichen Sprachfluss – auch ohne aufwändige Inszenierung.

Im Mittelpunkt stehen:

● die Verbindung von klassischer Dramenanalyse mit kreativen Zugängen

● der gezielte Einsatz kleiner szenischer Elemente zur Förderung von Interaktion und Reflexion

● der Einsatz digitaler Medien und KI, um Dramen abwechslungsreich und lebendig zu gestalten

Textgrundlagen: „The Trials“ von Dawn King (Jg.10-12) mit den Themen The individual and society, Visions of the future, Climate change sowie “Noughts & Crosses” (Jg. 9-11) von Malorie Blackman/Sabrina Mahfouz mit den Themen The individual and society, Visions of the future und Racism.

Peer Brändel (Gütersloh): Oscar Ordinary’s ordinary day – Schreibkompetenz entwickeln in Klasse 5

Die Heterogenität der Schüler/innen nimmt stetig zu. Um dem differenziert entgegenzuwirken, stellen wir eine Unterrichtsreihe vor, die alle Schreibkompetenzen kumulativ aufbaut. Der Tagesablauf des Zooarbeiters „Oscar Ordinary“ besteht aus 10 Grundsätzen. Diese werden in jedem Modul durch weitere Informationen und Strukturen ersetzt.

Das vorgestellte praxiserprobte Material ist mit allen Lehrwerken kompatibel, einzeln oder als Reihe einsetzbar und richtet sich an Regel- und Integrationsklassen. So werden sprachliche Strukturen angelegt, die die Kinder universell einsetzen können, wenn sie Texte verfassen. Die Veranstaltung ist so angelegt, dass sich das Material sowohl aus Sicht einer Lehrkraft als auch aus der eines Lernenden erschließt.

Prof. Dr. Thorsten Merse (Duisburg-Essen): Wie ‚hetero‘ ist eigentlich mein Englischlehrwerk? Mit queerem Blick Repräsentationen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aufspüren

Repräsentationen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt kommen in aktuellen Lehrwerken für den Englischunterricht bislang noch eher selten vor. Stattdessen dominieren heteronormative und genderbinäre Darstellungen, etwa bei Familienbildern, Beziehungen oder Identitätsentwürfen. Gleichzeitig gewinnen Perspektiven vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten in curricularen Vorgaben, fachlichen Konkretisierungen und Prüfungsformaten zunehmend an Bedeutung.

Der Workshop lädt Englischlehrkräfte dazu ein, Lehrwerke mit einem kritischen und ‚detektivischen‘ Blick zu analysieren: Wie und wo werden normative Muster sichtbar? Welche Identitäten bleiben (noch) unsichtbar? Gemeinsam erarbeiten wir methodische Zugänge zur kritischen Analyse von Lehrwerken und entwickeln konkrete Strategien, um Materialien inklusiver zu ergänzen, anzupassen oder zu ersetzen. Ziel ist es, Lehrwerke mit Blick auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt diversitätssensibel zu nutzen.

Programm Französisch

Britta Linden (Köln): Alternative Prüfungsformate im Französischunterricht

Verändert sich die Lernkultur, sind auch Anpassungen in der Prüfungskultur erforderlich, um Lernenden mehr Erfolgserlebnisse in der Fremdsprache zu ermöglichen. Dieser zentralen Forderung gehen wir in unserem Workshop nach und loten verschiedene Möglichkeiten aus, wie Sie in der Sekundarstufe I durch die Lehrwerkarbeit mit À plus möglichst niederschwellig alternative Prüfungsformate konzipieren.

Konkret präsentiert die Referentin Ihnen mündliche und schriftliche Lernprodukte, die Sie für die Leistungsbewertung nutzen können und die für Ihre Lernenden wie auch für Sie eine motivierende Perspektive zu herkömmlichen Klassenarbeiten bieten.

Neben curricularen Fragen nimmt die Referentin auch die Vorbereitung im Unterricht in den Blick, speziell den Bereich der prozessorientierten Leistungsbewertung, um die Frage nach der Umsetzung alternativer Prüfungsformate für Sie zu beantworten.

Prof. Dr. Sabine Schmitz / Jule Aufderbeck (Paderborn): Grenzen neu vermessen: Frankophonie mit Fokus auf den Benelux-Raum unterrichten

Frankophonie kann so nah sein – im Benelux-Raum! Zwischen Belgien, Luxemburg und den Niederlanden haben sich dichte historische, ökonomische und institutionelle Netzwerke entwickelt, die Mehrsprachigkeit als gesellschaftliche Normalität etablieren. Französisch ist hier nicht allein die Nationalsprache, sondern Teil einer lebendigen, grenzüberschreitenden europäischen Frankophonie, die sich in Verwaltung, Bildung, Kultur und Alltagskommunikation manifestiert. Damit ist der Benelux-Raum als ein Ort, an dem Frankophonie in Europa greifbar, erlebbar und lebensweltlich relevant wird, eine spannende Grundlage für den Französischunterricht.

Der Workshoptitel „Grenzen neu vermessen“ versteht sich dabei als programmatische Metapher. Der Französischunterricht wird als Ort begriffen, an dem kulturelle Räume neu kartiert, Perspektiven verschoben und vertraute Ordnungsmuster reflektiert werden, Der Workshop zielt darauf, kulturwissenschaftliche Theorie und fachdidaktische Praxis produktiv miteinander zu verbinden und Impulse für eine zukunftsorientiertem europäisch ausgerichtete Didaktik des Französischen zu geben. Es werden praxisnahe Ideen vorgestellt, wie Lehrkräfte Frankophonie und grenzüberschreitende Erinnerungskultur in den Französischunterricht einbinden können. Anhand konkreter Materialien, Unterrichtsideen und kulturwissenschaftlich fundierter Perspektiven lernen die Teilnehmenden den Benelux-Raum als Grundlage für die Vermittlung transnationaler Frankophonie kennen und erproben, wie Lernende sprachliche und kulturelle Vielfalt erfassen, historische Verflechtungen erkennen und die Frankophonie als europäischen Erfahrungsraum begreifen können.

Dennis Godenau (Gummersbach): Je t’écoute! – Hörverstehen als Schlüsselkompetenz im Zeitalter von KI

Im Fremdsprachenunterricht ist es nach wie vor eine Herausforderung, authentische Kommunikationssituationen lebendig und zugänglich zu gestalten – das Hörverstehen bildet hier keine Ausnahme. Gerade bei authentischen Dokumenten spielen Kontextualisierung, sprachliche Überforderung und die Hemmschwelle vieler Lernender eine zentrale Rolle.

Welche Möglichkeiten haben wir, diese Hürden gezielt abzubauen? Wie können wie Anfängerinnen und Anfänger schrittweise heranführen und Fortgeschrittene differenziert fördern? Und wie kann KI sinnvoll als Übungspartnerin dienen – zur individuellen Vorbereitung, als Impulsgeber, als Formulierungshilfe oder zur gezielten Rückmeldung? – On va découvrir ensemble – entdecken wir konkrete, praxistaugliche Wege für einen modernen Französischunterricht.

Steffen Obeling (Köln): Culture jeune – Frische Perspektiven auf die frankophone Jugendkultur im Französischunterricht der SII

Von sozialen Medien über Musik und Kino, von Gaming über télé-réalité bis hin zu Ernährung, Alkoholabstinenz und gesellschaftlichem Engagement – die Vielfalt der Interessen und Ausdruckformen junger Menschen steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Der Fokus des neuen Dossiers „En direct: Culture jeunes“ zu Découvertes für die Oberstufe liegt auf einem lebendigen Austausch, der differenzierte Perspektiven auf das Thema Jugendkultur ermöglicht. Der Referent stellt frische und vielleicht überraschende neue Themen und Materialien vor, die praxisnah in den Französischunterricht ab der Einführungsphase integriert werden können.

Prof. Dr. Sarah Dietrich-Grappin / Dr. Melinda Veggian (Bonn): KI gestützte Virtual Exchange Settings im Französischunterricht über die Plattform eTwinning – die Welt zu Gast im Klassenzimmer

Mit den rasanten Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz werden Fremdsprachenlehrkräfte immer wieder mit der Frage konfrontiert: Warum noch Sprachen lernen in Zeiten von DeepL, Chatbots und Kopfhörern als Simultanübersetzern? Unsere Antwort lautet: Sprachen sind der Schlüssel zur Welt. Über unsere individuelle Mehrsprachigkeit treten wir in Interaktion mit anderen Menschen, lernen etwas über uns selbst und die anderen und entwickeln das Bewusstsein, wichtiger Bestandteil einer großen, vielfältigen Welt- und Wertegemeinschaft zu sein. Die reflektierte Nutzung von KI wiederum kann sinnvoll dabei unterstützen, Schüler*innen individuell zu fördern und das Fremdsprachenlernen effizienter zu gestalten. Dabei unterstützt KI den Lernprozess, ohne unsere menschliche Kreativität im Kommunikationsprozess und unsere Denkleistung zur Lösung komplexer Fragestellungen zu ersetzen. KI kombiniert mit Virtual Exchange in einem mit Partnerschulen vernetzten Klassenzimmer bietet interessante Möglichkeiten für authentische Kommunikation und formatives Assessment zugleich.

In diesem Workshop zeigen wir an Praxisbeispielen, wie man in Standardsituationen des Französischunterrichts KI-gestützte Virtual Exchange Projektarbeit über die Plattform eTwinning realisieren kann. Nach einer kurzen Einführung in die Plattform, die von Lehrkräften kostenlos genutzt werden kann und einen geschützten Raum zur internationalen Zusammenarbeit mit Partnerschulen bietet, zeigen wir insbesondere Beispiele für die Wortschatzarbeit und Förderung interkultureller Kommunikation und erarbeiten gemeinsam und niederschwellig konkrete Unterrichtsbeispiele zur Förderung unterschiedlicher Kompetenzbereiche, die allen Teilnehmer*innen im Nachgang als OER Materialsammlung zur Verfügung gestellt werden kann. Außerdem bieten wir auch im Anschluss die Möglichkeit zur Vernetzung. Bitte bringen Sie zum Workshop ein internetfähiges Endgerät mit (Laptop, Tablet).

Steffen Obeling (Köln): Schreiben im Französischunterricht – mit statt durch KI

Künstliche Intelligenz ermöglicht eine Neuausrichtung der Förderung der Kompetenz Schreiben im Französischunterricht. Der Referent stellt konkrete Konzepte und Beispiele zum fremdsprachlichen Schreiben in einer durch KI geprägten Lernumgebung vor. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Abkehr von KI als einem Generator fertiger Textproduktion hin zur Nutzung als prozessbegleitendes Unterstützungssystem. Hierfür werden verschiedene KI-Assistenten erprobt und diskutiert, die als spezialisierte Werkzeuge für die Phasen der Ideenfindung, der strukturellen Gliederung sowie des lexikalischen Scaffolding fungieren. Ziel ist es, die Hürden des Schreibens herabzusetzen und den Lernenden „Leitplanken“ für die Textproduktion anzubieten, ohne die kognitive Eigenleistung und den Denkprozess an die KI auszulagern. Die Teilnehmenden werden eingeladen, eigene internetfähige Geräte zur Veranstaltung mitzubringen.

Dieser Workshop richtet sich an Lehrkräfte der Sek I und II aller Schulformen, die Inspiration für einen zeitgemäßen, motivierenden Unterricht suchen. 

Programm Spanisch

Henning Peppel (Verden/Bremen): Intelligentes Üben mit Bewegung und Emotionen im Französisch- und Spanischunterricht

Intelligentes Üben gilt als ein zentraler Schlüssel für nachhaltigen Lernerfolg im Fremdsprachenunterricht. Dieser Workshop rückt dabei in den Mittelpunkt, wie Übungsphasen wirksam, motivierend und kognitiv aktivierend im Französisch- und Spanischunterricht gestaltet werden können.

Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II und verbindet aktuelle didaktische Erkenntnisse mit konkret erprobbaren Unterrichtsideen. Im Fokus steht die Weiterentwicklung klassischer Übungsformate hin zu intelligenten Übungsarrangements, die Bewegung, Emotion und kognitive Aktivierung systematisch miteinander verknüpfen. Die Teilnehmenden setzen sich mit der Frage auseinander, wie Üben so gestaltet werden kann, dass es nicht als repetitive Pflichtaufgabe, sondern als bedeutungsvoller Lernprozess erlebt wird. Dabei werden Übungen entwickelt, die mehrere Kompetenzbereiche gelichzeitig ansprechen, Lernende aktiv einbinden und nachhaltige Lernprozesse fördern. Bewegung wird gezielt eingesetzt, um Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Motivation zu steigern, während emotionale Zugänge das Behalten und Verstehen unterstützen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung im Unterricht: Die Teilnehmenden lernen vielfältige Übungsformate kennen, die sich unmittelbar in den eigenen Unterricht integrieren lassen – etwa bewegungsbasierte lexiko-grammatische Konsolidierungstechniken oder emotionale Zugänge zu kommunikativen Aufgabenstellungen. Gleichzeitig werden Kriterien für „intelligentes Üben“ erarbeitet, die eine reflektierte Planung und Evaluation von Übungsphasen ermöglichen. Die Fortbildung verbindet kurze theoretische Impulse mit Praxisphasen, die gemeinsam ausprobiert werden. Ziel ist es, Übungsprozesse im Fremdsprachenunterricht wirksamer, abwechslungsreicher und lernförderlicher zu gestalten.

Lastenia Arencibia Guerra / Juliana Böx / Ute Winter (DSV NRW): Leo, leo – ¿Qué lees? – Neue Impulse für den Spanischunterricht

Seit 2024 gibt es ihn nun auch in NRW: den Vorlesewettbewerb für Schüler:innen des Spanischunterrichts.

Der Wettbewerb bietet nicht nur die Erweiterung fremdsprachlicher Kompetenzbereiche, sondern leistet auch einen erheblichen Beitrag zur Motivation unserer Schüler:innen – die persönliche Herausforderung, das Hervorheben der eigenen Stärke, die Vernetzung mit anderen und das Erfolgserleben im gemeinsamen Finale sind unvergessliche Erinnerungen und erfahrungsgemäß ein zentraler Antrieb für weiteres Engagement im Fach.

In der Veranstaltung geht es zum einen um die Chancen aus didaktischer bzw. Lernperspektive, aus Sicht der Schüler:innen und um die Vorteile aus dem Blickwinkel der Lehrkräfte. Zum anderen widmet sich der Vortrag den organisatorischen Eckpunkten: Wir sprechen über Anmeldeverfahren, Abläufe und geben Umsetzungsbeispiele für die Durchführung an die Hand. Darüber hinaus tauschen wir uns über bisherige Erfahrungen aus und geben Raum für offene Fragen.

Henning Peppel (Verden/Bremen): Kompetenzförderung mit generativer KI – Potentiale und Grenzen

Generative Künstliche Intelligenz verändert den Fremdsprachenunterricht grundlegend – insbesondere im Bereich der Schreibförderung, der Materialentwicklung sowie der Text- und Medienkompetenz. Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte der modernen Fremdsprachen Englisch, Französisch und Spanisch in der Sekundarstufe I und II sowie in der Lehrerausbildung und verfolgt das Ziel, einen reflektierten, kompetenzorientierten und praxisnahen Umgang mit generativer KI zu entwickeln.

Im Zentrum steht die Frage, wie Schreibprozesse durch den Einsatz von KI sinnvoll unterstützt werden können, ohne die Eigenleistung der Lernenden zu untergraben. Dabei werden konkrete Möglichkeiten erarbeitet, KI als Werkzeug zur Ideenfindung, Strukturierung und Überarbeitung von Texten einzusetzen und zugleich differenzierte Lernangebote zu gestalten. Neben weiteren Möglichkeiten der Kompetenzförderung werden schwerpunktmäßig Aspekte des autonomen Lernens mit generativer KI sowie die Förderung der Text- und Medienkompetenz im Umgang in Augenschein genommen. Die kritische Analyse von KI-generierten Inhalten, Fragen zur Autorschaft und Originalität sowie der reflektierte Umgang systematisch aufgegriffen. Dabei werden stets auch die Grenzen generativer KI in den Blick genommen, etwa im Hinblick auf inhaltliche Verzerrungen, Fehlleistungen oder die Gefahr einer unreflektierten Abhängigkeit.

Die Fortbildung kombiniert Inputphasen mit zur Diskussion anregenden Impulsen. Ziel ist es, die Potenziale der generativen KI für einen kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht nutzbar zu machen und zugleich eine fundierte didaktische Haltung im Umgang mit dieser Technologie zu entwickeln.

Dr. Marta Sánchez Castro / Charlotte Dornseifer (Duisburg-Essen): ¿Y si Don Quijote tuviera TikTok? Clásicos reloaded con IA en la clase de español

¿Qué pasaría si Don Quijote pudiera hablar con nuestro alumnado? ¿O si los textos clásicos se reinterpretaran en el lenguje de hoy?

En esta propuesta exploramos cómo la inteligencia artificial puede transformar la manera en que trabajamos la literatura en la clase de español en secundaria. A través de ejemplos breves y directamente aplicables, mostraremos cómo acercar los clásicos al alumnado desde una perspectiva creativa, actual y motivadora.

Se presentarán dinámicas que invitan a interactuar con los textos literarios de forma diferente: reinterpretarlos, cuestionarlos y hacerlos propios, conectándolos con los códigos comunicativos del alumnado. Todo ello integrando el desarrollo de la lectura digital, el pensamiento crítico y la produccíon oral y escrita.

El objetivo es claro: que los clásicos dejen de ser percibidos cómo textos lejanos y se conviertan en una experiencia viva, significativa y sorprendentemente cercana. Los y las participantes descubrirán nuevas formas de trabajar la literatura en el aula que combinan tradición cultural, creatividad y competencias del siglo XXI.

Gianni Triantis (Hannover): Mündlichkeit stärken – analog, digital, zukunftsorientiert

Die Förderung der Sprechkompetenz bildet den Kern eines kommunikativen Fremdsprachenunterrichts. Der Workshop zeigt, wie dialogisches und monologisches Sprechen gezielt aufgebaut und durch strukturierte Aufgaben unterstützt werden kann. Dabei stehen klare Impulse, sprachliche Unterstützungsangebote und eine progressive Öffnung im Mittelpunkt. Zudem wird aufgezeigt, wie alternative Prüfungsformate Sprechleistungen differenziert erfassen und bewerten können. Ergänzend werden digitale Möglichkeiten wie KI und Virtual Reality als innovative Sprechanlässe einbezogen. Ziel ist eine zeitgemäße und nachhaltige Weiterentwicklung der Sprechkompetenz im Fremdsprachenuntericht.

Stefanie van der Valk (Paderborn): Instapoesía im Spanischunterricht

Im Vortrag wird das Phänomen der instapoesía anhand ihrer Charkteristika und ihres didaktischen Potenzials für den Spanischunterricht näher vorgestellt. Zusätzlich werden die praktischen Möglichkeiten zur Förderung der Text- und Medienkompetenz eruiert. Abschließend werden Hinweise zur Erstellung von instapoemas gegeben.